Hirnfiedler Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 Schönen guten Tag liebe Leute, Ich habe letztes Jahr mein komplettes Fahrwerk bei Franz Racing überarbeiten lassen. So richtig warm bin ich mit deren Einstellung aber nicht geworden, ist mir irgendwie zu hubbelig, also etwas zu hart. Daher wollte ich das Fahrwerk gerne etwas weicher machen, weiß aber gar nicht, woran ich wie drehen muss Die Leute bei Franz Racing hatten auf meine Rechnung geschrieben, dass sie das Fahrwerk auf "Sportlich" eingestellt haben. Bei der Gabel Zug und Druckstufe auf 1,5 U, den Dämpfer Druck auf 2,5 U, Zug auf 1,5 U. Auch die Sollwerte für "Touring" haben sie mit dazu geschrieben, ich weiß nur eben nicht, was ich bewegen muss, um die entsprechenden Einstellungen vorzunehmen. Kann mir da jemand weiterhelfen? An den Gabelholmen lässt sich mittels 14er Maulschlüssel die Federvorspannung (?) ändern, ändert sich dadurch auch die Härte? Bei mir waren beide unterschiedliche weit rausgedreht, einmal 1 Strich raus, einmal fast 2, muss das immer identisch sein? Viele Dank im Voraus Zitieren
East Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 Die Härte der Federn ist vorgegeben, durch verstellen ändert sich da nichts. Zitieren
Hirnfiedler Geschrieben 3. März 2017 Autor report Geschrieben 3. März 2017 Anders ausgedrückt, ich möchte das Fahrwerk gerne auf "Touring" einstellen, so wie es mir Franz Racing auf die Rechnung geschrieben hat. Wo muss ich welches Bauteil dafür bewegen? Was ändert sich durch Verändern der Federvorspannung? Zitieren
Nappi Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 (bearbeitet) Mit der Vorspannung stellst du ausschließlich den Sag also den noch zur Verfügung stehenden Weg ein nach dem du auf dem Moped sitzt. Die Härte wird ausschließlich über die Druckstufe eingestellt,und die Zugstufe regelt die Ausfedergeschwindigkeit. Von Wilbers gibt es eine Anleitung im Netz die das einfach und verständlich erklärt,aber auch auf den Webseiten von PS und Motorrad gibt es Anleitungen die auch einen Neuling nicht überfordern. Sehr anschaulich auch auf der Seite vom Tourenfahrer....einfach" Fahrwerk einstellen Motorrad" bei Tante G... eingeben und dir wird geholfen. Bearbeitet 3. März 2017 von Nappi Zitieren
Hirnfiedler Geschrieben 3. März 2017 Autor report Geschrieben 3. März 2017 Wer ist Tante G? Beim Tourenfahrer habe ich gelese , dass ich die Einstellungen der Zug- & Druckstufe über die kleinen Messingschrauben mache, das hilft mir schonmal sehr Nochmal zur Vorspannung: bei mir sind beide Gabelholme unterschiedlich eingestellt. Ist das gewollt, oder sollte das gleich sein? Zitieren
-mOO Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 (bearbeitet) Bei linearen Federn ändert sich durch die Federvorspannung der Restfederweg und die Fahrzeughöhe vorne/hinten. Dadurch verändet sich die Lastverteilung bzw. Schwerpunktsgeometrie, was eine Änderung im Handling zur Folge hat. Wenn im Zuge der Überarbeitung progressive (gabel)Federn verbaut wurden, ändert sich neben der Höhe auch geringfügig die Härte. Dieser Effekt ist aber im Vergleich zu Federn mit härterer Kennlinie zu vernachlässigen. Deine Einstellungsangaben beziehen sich ausschließlich auf Zug- und Druckstufendämpfung an Gabel und Federbein. Für Tipps wo was eingestellt wird empfehle ich aufgrund unterschiedlicher Bauarten die Anleitung des Fahrwerksherstellers bzw beim Originalfahrwerk das WHB - gut investiertes Geld, wenn man selber schrauben will. Dass - wie du beschreibst - die Federvorspannung an den beiden Gabelholmen unterschiedlich eingestellt ist, halte ich jedoch für unprofessionell. Entweder ist da dem Mechaniker ein Fehler unterlaufen oder er hatte beim Zusammenbau eine Distanzscheibe zu wenig und gleicht die Differenz auf diesem Weg aus. Vielleicht hat aber auch seitdem jemand dran gedreht? Das würde ich auf jeden Fall gleichstellen. Ob nun ein Ring oder 2 Ringe die richtige Einstellung sind, ist wiederum Geschmackssache in Puncto Agilität/Stabilität, wobei der Unterschied zwischen einem und zwei Ringen üblicherweise nicht sooo dramatisch ist. Bearbeitet 3. März 2017 von -mOO Zitieren
MaT5ol Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 vor 8 Minuten schrieb Hirnfiedler: Wer ist Tante G? Beim Tourenfahrer habe ich gelese , dass ich die Einstellungen der Zug- & Druckstufe über die kleinen Messingschrauben mache, das hilft mir schonmal sehr Nochmal zur Vorspannung: bei mir sind beide Gabelholme unterschiedlich eingestellt. Ist das gewollt, oder sollte das gleich sein? Mit Tante G dürfte 'Google' gemeint sein. Wenn du dein Fahrwerk komfortabler haben möchtest, musst du die Dämpfung zurücknehmen (die kleinen Messingschräubchen aufdrehen, so etwa jeweils um eine halbe Umdrehung!) Hauptkomfort liegt an der Druckstufe. Ich würde an deiner Stelle Druck und Zugstufendämpfung vorne und hinten erstmal um je 1/2 Umdrehung öffnen, dann versuchen zu lokalisieren, ob sie dir primär vorne oder hinten zu sportlich ist. Dann weiter die Druckstufe und Zugstufe schrittweise verringern bis es ok für dich ist. Die Druckstufe beeinflusst dabei mehr das was man gemeinhin unter Komfort versteht, die Zugstufe eher das was man unter der Dämpfung versteht.. Für mehr Komfort müssen beide weiter auf! Federvorspannung sollte links und rechts gleich sein, wobei eine geringfügig unterschiedliche Einstellung praktisch keinen Unterschied macht (theoretisch sollte das nicht sein, ist aber nicht so wild, es gibt Gabeln mit nur einer Feder oder Zug - und Druckstufendämpfung in nur je einem Holm die funktionieren auch.) Einfach ausprobieren, dabei gut merken oder besser aufschreiben wie es war, damit man notfalls auf den Ausgangspunkt zurückstellen kann (dazu die Einstellschrauben zärtlich bis ganz zu drehen (reindrehen) und die Umdrehungen mitzählen, danach zurückstellen. Drin ist zu = hart, draussen ist offen = weich und jetzt: ausprobieren! Zu beachten ist nebenbei noch, dass das Fahrwerk bei höheen Temperaturen und nach längerer Fahrt tendenzielle weicher bzw. Komfortabler wird als zu Anfang und im Kalten! Zitieren
Nappi Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 Ich habe vor Jahren hier einem Kollegen aus dem Forum mal geholfen seine frisch, von der Tuningschmiede deiner Wahl ,gemachte Gabel einzubauen und grob abzustimmen. Unsere Erfahrung deckt sich mit der Einstellung deiner Federvorspannung ....und anderer DInge. Der Kollege war mit dem Ergebnis leider auch langfristignicht zufrieden und im Fireblade Forumgibt es einen Haufen Leute die in das gleiche Horn blasen. Die Serienabstimmungen der Hersteller sind meiner Meinung nach alle durch die Bank fahrbar..auch jenseits von gut und böse , und auch mit dem Messer zwischen den Zähnen. Die Einstellmöglichkeiten Richtung Komfort werden bei deiner Gabel nicht besser sondern schlechter geworden sein....das öffnen der Druck und Zugstufe dürfte in dem von dir angegebenen Bereich nur noch um Nuancen zu verbessern sein, was jetzt nicht heißt das das ABSTIMMEN AUF DIE EIGENEN BEDÜRFNISSE keinen Sinn macht ... im Gegenteil.Aber das hätte vor der Bearbeitung durch einen" Rennservice" einen wesentlich höheren Wert gehabt. Eine zu straff abgestimmte Gabel in Verbindung mit einem nicht angepassten FB sollte im LS Betrieb einem Rodeoritt gleichkommen. Du wirst also nicht drum herum kommen dich eingehend mit der Materie vertraut zu machen,denn die Möglichkeit dir mit Einstellung nach Handbuch einen Start bei null zu ermöglichen sind leider durch den " qualifizierten " Eingriff den Bach runter. 2Klicks rein,und 3 Klicks raus helfen dir leider nicht weiter,und können sogar mehr schaden als nutzen. Zitieren
frankman Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 klingt für mich nach "verbastelt". von wem und warum ist egal. also - entbasteln. dazu benötigst folgendes material: 1-2 kumpels belegte brötchen kalte/warme getränke ca. 1 std. zeit einen holzgliedergelenkmaßstab oder stahlmaßband etwas klebeband kugelschreiber papier hakenschlüssel maulschlüssel großer schlitzschraubendreher folgende vorgehensweise: ein stück klebeband (links oder rechts) oben an der gabelbrücke oder lampe und irgendwo seitlich am heck anbringen. ein kumpel links, einer rechts vom motorrad vorne: fahrzeug anheben bis das rad eben noch den boden berührt. entfernung von klebeband bis zum boden messen und unter "ausgefedert vorne" aufschreiben. hinten: vorgang für vorne wiederholen und als "ausgefedert hinten" aufschreiben bis hierhin ist einfach vorne: fahrzeug herunterdrücken bis die gabel auf block geht. entfernung von klebeband bis zum boden messen und als "eingefedert vorne" aufschreiben. hinten: vorgang wiederholen und als "eingefedert hinten" (die differenz zwischen den beiden werten ist dein gesamtfederweg) wenn es nicht gelingt vorne und hinten auf block zu kommen, kann an diese stelle der angegebene federweg aus dem handbuch genommen werden. diesen vom wert der für vorne/hinten beim anheben ermittelt werte abziehen und aufgeschrieben. jetzt kommt die ⅓ - ⅔ geschichte. dazu setzt du dich in voller montour (alternativ ein rucksack in den du etwas hineinpackst was in etwa dem gewicht all deiner motorradklamotten entspricht welche du typischerweise beim fahren an hast) in deiner fahrposition auf's motorrad. ein kumpel sorgt dafür, das du nicht umfällst wenn du jetzt die füße auf die rasten stellst. der andere misst die entfernung der klebestreifen zum boden. ziel ist es jetzt den oberen klebestreifen etwa dorthin zu bringen, das ⅓ des ermittelten gesamtfederwegs "verbraucht" ist. eingestellt wird an dieser stelle nur mit der federvorspannung. ist der wert kleiner als ⅓ ist die federvorspannung zu verringern (vorne mehr ringe sichtbar machen durch linksdrehen mit dem schraubenschlüssel, hinten durch links drehen der großen mutter über der feder mit dem hakenschlüssel). ist der wert größer, dann eben umgekehrt. damit ist die federung schon mal eingestellt. jetzt zur dämpfung. sowohl vorne als auch hinten verfügen die dämpfungselemente über einer zug und eine druckstufen einstellung. druckstufe ist unten am gabelfuß, zugstufe oben in der mitte der einstellschraube für die vorspannung (gesetzt den fall, das du die seriengabel hast). beim federbein ist die einstellung für die druckstufe am ausgleichsbehälter, die für die zugstufe unten an der umlenkung der schwinge. jetzt alle einstellschrauben herausdrehen. nicht bis du sie in der hand hast sondern nur bis zum anschlag. dann alle schrauben reindrehen bis zum anschlag. dabei die umdrehungen zählen und für gabel und federbein als "einstellberich druckstufe" und einstellbereich zugstufe" aufschreiben. als grundeinstellung können jetzt wieder die werte aus dem handbuch herangezogen werden. damit ist pflicht erledigt. jetzt kommt die kür . motorrad auf die eigenen räder stellen und mittig (die sitzkuhle ist nicht mittig) herunterdrücken und wieder loslassen. das motorrad sollte jetzt vorne wie hinten gleichmäßig einfedern. danach sollte es zügig ausfedern um wieder in seine ruheposition zu kommen ohne dabei die ruheposition zu überschreiten (überfedern). federt es vorne oder hinten ungleichmäßig ein kannst du über die druckstufe für gleichmäßigkeit sorgen. ob du dabei die gabel dem federbein oder umgekehrt angleichst ist erstmal egal. gleiches gilt beim ausfedern. wenn es vorne oder hinten überfedert muss jedoch die zugstufe (schließen) so angepasst werden das diese verhalten nicht mehr auftritt. jetzt kannst du anfangen zu spielen. an der federvorspannung musst du eigendlich nichts mehr machen. es sei denn du fährst mit passagier und gepäck oder transportierst zementsäcke. dabei solltest du folgendes im kopf behalten: die drukstufe regelt die geschwindigkeit mit der das fahrzeug einfedert, die druckstufe die geschwindigkeit mit der es ausfedert. die druckstufe arbeitet mit der feder, die zugstufe dagegen. kommt also ein stoß in's fahrwerk regelt die druckstufe quasi wie schnell die feder diesen aufnehmen kann. umgekehrt entscheidet die zugstufe wie schnell die feder die gespeicherte energie wieder abgiebt. solange ein gleichmäßiges ein und ausfedern und kein überfedern vorhanden sind kannst du alle möglichen einstellungen durchspielen. so lange bis es für dich am schönsten ist. bewährt hat sich an dieser stelle - so weich wie möglich und so hart wie nötig. Zitieren
possi Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 Frankman hat das sehr gut beschrieben... Ich habe von Wilbers eine einfache Darstellung und Vorgehensweise mit Aufzeichnungen. Villicht hilft dir diese zusätzlich noch. Schick mir deine Mail-Adresse per PN, dann sende ich sie dir wenn du möchtest Zitieren
SiRoBo Geschrieben 3. März 2017 report Geschrieben 3. März 2017 Du hattest doch schon vorher ne Tona, da hattest Du doch auch schon die Schlitz-Schrauben. Bei der Gabel ist die Zugstufe oben drauf am Stopfen und Druckstufe unten hinten am Gabelfuß. Am Federbein ist die Druckstufe am Ausgleichsbehälter und die Zugstufe seitlich links am Federbeinfuß. Stell doch einfach da mal die Touringwerte der Dämpfung ein, an der Vorspannung sollte kein Unterschied sein zwischen sportlich und Touring. Die Differenz zwischen den Vorspannungen der Gabel würd ich ausgleichen. Zwar gibt's bei manchen Moppeten getrennte Holme für Feder und Dämpfer, aber da wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gabelstruktur anders (steifer und stabiler) ausgelegt als wenn nicht getrennt. Und falls nicht, dann ist eine gleichmäßige Vorspannung auf keinen Fall verkehrt. Zitieren
Hirnfiedler Geschrieben 4. März 2017 Autor report Geschrieben 4. März 2017 Hui, über die umfangreichen Antworten freu ich mich aber @Nappi ich bin mit der Arbeit von Franz Racing nicht unzufrieden! Im Gegenteil. Im Vergleich zu Vorher fährt sich die Speedy wie ein neues Motorrad. Nur bin ich mit ihr noch nicht so recht warm geworden. Mit der Daytona hab ich mich wohler gefühlt, was durchaus auch an der Sitzposition (und damit mit dem Schwerpunkt) liegen könnte. Ich werde jetzt erstmal die Federvorspannung bei beiden Holmen angleichen (nur fürs Auge ), dann stelle ich Zug- & Druckstufe auf die Werte von Franz-Racing ein und werde testen. Bin ich dann mit dem Ergebnis nicht zufrieden und/oder habe genug Zeit, werde ich das Fahrwerk nach @frankman-Anleitung einstellen. Vielen Dank für die sehr ausführliche Anleitung @possi Nachricht kommt. Zitieren
j.-tommy Geschrieben 4. März 2017 report Geschrieben 4. März 2017 (bearbeitet) wenn du von ner daisy auf ne speedy umgestiegen bist, ist das m.e. eh ein unterschied wie tag und nacht...da muss man sich erstmal etwas umgewöhnen... schau auch mal, wie weit deine gabelholme aus der brücke oben rausschauen... zum testen oder eingewöhnen kannst du die gabel erstmal so weit wie geht nach unten aus der brücke herausschieben...also das die holme mit der brücke fast bündig sind...also nur noch der deckelrand zu sehen ist...dadurch wird das handling etwas "träger" und man muss mehr aktiv einlenken... später kannste dann die holme millimeterweise durchschieben...dadurch wird die fuhre agiler bis schon fast zappelig und fällt schon fast alleine in die kurve... auch hier gilt es das gefühlte optimum zu finden...an den holmen sind aussen auch markierungen... Bearbeitet 4. März 2017 von j.-tommy Zitieren
Hirnfiedler Geschrieben 5. März 2017 Autor report Geschrieben 5. März 2017 Hab Zug- & Druckstufe auch "Touring" eingestellt und heute ne Proberunde gedreht. Ein Unterschied wie Tag und Nacht Momentan federt sie hinten aber etwas leichter ein, als vorne, da werde ich wohl nochmal nacharbeiten. Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Anleitungen! Zitieren
joe8353 Geschrieben 6. März 2017 report Geschrieben 6. März 2017 Hi, Am 3.3.2017 um 21:23 schrieb frankman: dabei solltest du folgendes im kopf behalten: die drukstufe regelt die geschwindigkeit mit der das fahrzeug einfedert, die druckstufe die geschwindigkeit mit der es ausfedert. Zweimal Druckstufe? M.E. regelt die Zugstufe das Ausfedern. Am 3.3.2017 um 21:23 schrieb frankman: dazu setzt du dich in voller montour (alternativ ein rucksack in den du etwas hineinpackst was in etwa dem gewicht all deiner motorradklamotten entspricht welche du typischerweise beim fahren an hast) in deiner fahrposition auf's motorrad. ein kumpel sorgt dafür, das du nicht umfällst wenn du jetzt die füße auf die rasten stellst. der andere misst die entfernung der klebestreifen zum boden. ziel ist es jetzt den oberen klebestreifen etwa dorthin zu bringen, das ⅓ des ermittelten gesamtfederwegs "verbraucht" ist. eingestellt wird an dieser stelle nur mit der federvorspannung. ist der wert kleiner als ⅓ ist die federvorspannung zu verringern (vorne mehr ringe sichtbar machen durch linksdrehen mit dem schraubenschlüssel, hinten durch links drehen der großen mutter über der feder mit dem hakenschlüssel). ist der wert größer, dann eben umgekehrt. damit ist die federung schon mal eingestellt. vorne geht einfacher: Mopped auf den Bursig-Ständer (oder einen vergleichbaren, der die Räder frei macht), dann Kabelbinder um den Gabelholm ziehen und am Gabelholm nach unten (RSU Gabel) bzw. oben bei der USD Gabel schieben, bis er an der Staubkappe anliegt. Mopped runter vom Ständer, und in voller Montur drauf setzen. Wieder absteigen, das Mopped wieder drauf auf den Ständer. Abstand Kabelbinder zu Staubkappe messen. Ggf. Federvorspannung anpassen, bis ca. 1/3 vom verfügbaren Federweg lt vorhergehender Messung oder Handbuch durchs draufsetzen aufgebraucht ist. Gerhard Zitieren
SiRoBo Geschrieben 6. März 2017 report Geschrieben 6. März 2017 (bearbeitet) Habe bisher die 1/3 Federweg auch für ein wichtiges Kriterium gehalten. Aber Zupin/Öhlins empfielt hier für Straßenmotorräder folgende Negativfederwege, interessanterweise wird kein wirklich ernsthafter oder drakonischer Bezug auf den Gesamtfederweg genommen: Quote Die Messwerte sollten in etwa (Hinweis der Redaktion: !!!) so aussehen: Ohne Fahrer: Hinten: 10-20 mm Vorne: 15-30 mm Mit Fahrer: Hinten: 25-40 mm Vorne: 35-50 mm .......... Generell können (Hinweis der Redaktion: !!!) die angegebenen Werte bei Tourenmotorrädern mit längeren Federwegen etwas größer gewählt werden. Von Wilbers gibt es in der Anleitung zum 641er dazu Abweichungen (Werte für Straßenabstimmung, Rennabstimmung wären noch kleiner): Quote Ohne Fahrer: Hinten: 10-15 mm Vorne: 25-30 mm Mit Fahrer: Hinten: 1/3 Gesamtfederweg = 140/3 mm = 47 mm (T5-Modelle) Vorne: 1/3 Gesamtfederweg = 120/3 mm = 40 mm (T5-Modelle) Meine Werte (110kg mit voller Klamotte) bei voll entlasteter Vorspannung am Wilbers 641 und voll vorgespannten Originalgabelfedern (0 Ringe sichtbar): Ohne Fahrer: Hinten: 12 mm, liegt in W und Ö Toleranz Vorne: 28 mm, liegt in W und Ö Toleranz Mit Fahrer: Hinten: ??? mm, mit mir konnte ich noch nicht messen, muss aber mit der 150er Feder ziemlich gut passen. Vorne: 45 mm, liegt in der Ö Toleranz und ist auch nicht so weit weg von den empfohlenen 40 mm von W Die Gabel-Druckstufe hab ich fast komplett offen (halbe Umdrehung geht noch) und es schlägt nicht ansatzweise durch, ist mir aber fast noch ein wenig zu hart bei schnellen Stößen. Habe nach Rumpelstrecken auch noch ca. 15 mm Federweg nicht genutzt (Kabelbinder dran gemacht). Und fährt sich wirklich schon klasse. Nicht der tolle 1/3 Federweg wie von Wilbers empfohlen, aber nach Zupin/Öhlins passt das ganz gut. Wahrscheinlich nehme ich hinten Highspeed noch raus und vorne die Druckstufe auch noch zurück. Wenn ich nicht 100% zufrieden bin, dann kommen doch Öhlins Federn rein, sind ca. 17% härter, und deren Öl für besseres Einstellen der Druckstufe. Bearbeitet 6. März 2017 von SiRoBo Zitieren
Hirnfiedler Geschrieben 22. März 2017 Autor report Geschrieben 22. März 2017 So, wollte nochmal Rückmeldung geben: mit der Touring-Einstellung bin ich zufrieden. Genau so wollte ich die Speedy haben Jetzt ist sie nicht mehr so bockig und fährt gutmütig über querrillen, ohne an Präzision verloren zu haben Zitieren
frankman Geschrieben 23. März 2017 report Geschrieben 23. März 2017 Am 6.3.2017 um 16:08 schrieb SiRoBo: Habe bisher die 1/3 Federweg auch für ein wichtiges Kriterium gehalten. Aber Zupin/Öhlins empfielt hier für Straßenmotorräder folgende Negativfederwege, interessanterweise wird kein wirklich ernsthafter oder drakonischer Bezug auf den Gesamtfederweg genommen: wichtig ist relativ. das ist einfach eine klassische faustregel. für den ordinären straßenbetrieb spielen 2,3 oder 5mm mehr oder weniger eh keine rolle. das sind alles keine werte deren sklavische einhaltung über glück oder unglück entscheiden. die ganze grundeinstellung, egal von wem sie kommt oder wie sie aussieht ist nichts weiter als das fundament. von da aus kann dann die individuelle einstellung im rahmen der zur verfügung stehenden fenster beginnen. das öhlins absolute werte angibt ist vermutlich der tatsache geschuldet, das "straßenmotorräder" alle über den mehr oder weniger gleichen federweg verfügen. ich würde das akademische berechnen weglassen. eine statisch in der presse gedrückte feder ist halt nur eine komponente von vielen. wenn sie einmal eingebaut ist. sie bringt ihre eigenschaften einfach nur in das gesamtsystem ein. Zitieren
SiRoBo Geschrieben 23. März 2017 report Geschrieben 23. März 2017 2 hours ago, frankman said: ich würde das akademische berechnen weglassen Macht aber zu viel Spasss. 2 hours ago, frankman said: drückte feder ist halt nur eine komponente von vielen. wenn sie einmal eingebaut ist. sie bringt ihre eigenschaften einfach nur in das gesamtsystem ein. Jetzt wird's aber fast schon philosophisch. Aber ich gebe Dir Recht, so ist es. Wenn man überlegt, dass alleine schon durch den Luftwiderstand bei einem Naked Bike vorne deutlich die Belastung runter geht und hinten hoch. Die Drehmomentabstützung des Motors unter Zug hat den gleichen Effekt, beim bremsen wieder anders rum, ... usw usw... Aber es ist einfach zu schön, eine gute Reproduzierbarkeit über Zahlen zu haben. Zitieren
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