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Fahrbericht 2011er Speed Triple 1050


GerT

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Die Speed Triple Baureihe von Triumph gibt es seit über 14 Jahren.

1997 war die T509 eine Revolution,

beständig weiterentwickelt wurde aus dem "serienmäßigen Straßenkämpfer"

(Damals war der Begriff Streetfighter noch kein geschützter Markenname, ...)

eine Fahrmaschine die inzwischen unglaublich viele, ehedem divergierende Wünsche

vereinigt.

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14 Jahre, das ist beinahe schon eine ganze Generation von Motorradfahrer/Innen,

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14 Jahre, ein Kind entwickelt sich in dieser Zeit vom Säugling zum Teenager und beginnt

die Welt mit eigenen Augen zu sehen, beginnt Wünsche und Regeln der Eltern zu hinterfragen,

widersetzt und revoltiert auch schon mal gegen das Elternhaus.

Was das alles mit der 2011er Version der Triumph Speed Triple zu tun hat?

Anstatt einer weiteren sanften Evolutionstufe hat Triumph die Speed Triple komplett neu erfunden.

Von einer Revolution zu sprechen wäre des Guten sicherlich zu viel, aber es wurde an den

Grundfesten des Speed Triple Designs gerüttelt, teilweise sehr zum Unmut der Fangemeide,

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doch im wahren Herzen ist auch die neueste Generation der Speed Triple sich selbst treu geblieben.

Auch wenn die Modell- Kennnummer nun nicht mehr mit T5, sondern mit N115 beginnt und nahezu alle Teile

neu entwickelt und optimiert wurden, so das die 2011er Speed Triple keine wirklich Kompatiblen

Bauteile mit den Vorgängermodellen hat, selbst die Felgenaufnahme wurde geändert.

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Neue Aufnahme des Kennzeichenträgers:

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Triumph ist es tatsächlich gelungen die Gene der Speed Triple weiter zu entwickeln,

gutes zu verbessern,

schrullig Maroden, Ecken und Kanten zu glätten,

und das Umfeld für den allumfassenden Spaß am Motorradfahren zu schaffen.

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Aufsitzen auf der Speed Triple ist auch nach all den Jahren wie nach Hause zu kommen.

Nur das inzwischen statt dem Küchenstuhl ein angenehmes Sofa dem Allerwertesten

des Fahrer schmeichelt.

Vermittelte die Sitzschale der ersten Modelle noch dank einer gewissen Härte den Gripzustand

der Reifen/Asphaltverschmelzung, führte diese Härte doch nach wenigen Stunden zu dem bekannten

Zwicken und Zwacken der beiden Backen, die sich über ach so rüde Behandlung vernehmlich beschwerten.

Die neue Sitzbank besitzt nun eine gewissen schmeichlerisch, soften Touch,

ohne das sie, selbst bei stärkeren Belastung wie durch mich, zum Durchsitzen gebracht werden könnte.

Nach der weichen Oberfläche bietet die Sitzbank genügend Widerstand um nicht zu versinken.

Auch nach den Stunden auf der Autobahn, und weiteren vergnüglichen Stunden auf der Landstraße

gibt es keine Ermüdung, oder Verkrampfung.

Die Sitzhaltung insgesamt ist zwar versammelt, aber entspannt,

die Knie haben den richtigen Winkel um für viele Stunden fahren zu können.

Die Hände finden die Lenkerenden wie von selbst, der Oberkörper wird minimal nach vorne orientiert,

eben diese versammelte Position, die die Aufmerksamkeit und Konzentration fördert,

ohne anstregend sportlich sein zu müssen.

So lassen sich viele glückliche Stunden auf der Speed Triple verbringen.

Glücklich, ja, wirklich glücklich,

denn diese ungeahnte Kombination von drehmomentstarkem Motor in einem

willig, handlichen Fahrwerk macht überaus Glücklich.

Der Motor startet wie gewohnt auf Knopfdruck sofort, und läuft, auch kalt, ab der ersten Kurbelwellenumdrehung rund.

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Anders als beim direkt Vorgänger ist aber, statt dem von einigen als unschönes Sirren und Säuseln empfundenes Ventiltriebgeräusch,

nur ein sattes kehliges Brummen aus dem Ansaugtrakt, und ein sanftes, unaufdringliches

Grummeln der Auspufftöpfe zu vernehmen.

Kein Vergleich zu dem markerschütterndem aber charakteristischen Mahlen, Rasseln und Klappern der ersten T5 Serie.

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Im Schiebebetrieb steigert sich das Grummeln etwas zu einem leichten Bollern hin, das herzzereissende und knallende Patschen der ersten 1050 mit Zubehörauspufftöpfen, lassen die gut abgestimmten Serientöpfe aber nicht zu.

Typisches gesetzeskonformes Understatement eben. Positiv bleibtzu vermerken, das sich die wohltuende Geräuschkulisse vorallem der Fahrer eröffnet. Die Nachbarn werden es uns Danken wenn wir Sonntags früh um 05:30Uhr zu unseren Vormittagsrunden aufbrechen um die leeren

Sstraßen geniessen.

Einmal in Bewegung hat das dirigieren der gewünschten Fahrtrichtung einen Hauch von Telepathie, ohne Kraftanstrengung gehen die Richtungswechsel vonstatten. Ziel anvisieren, abwinkeln, touch it.

Die aufgezogenen Metzeler Racetec K3 erfeuen das Herz mit unerschütterlichem Grip, wundervoller Transparenz und gleichmäßigem Einlenkverhalten, ohne böse Überraschungen bei plötzlich notwendigen Korrekturen in der Linienwahl oder beim späten Bremsen.

Wie lange die Metzeler halten kann dieser Kurze Test natürlich nicht ermitteln, aber das werden wir sicherlich im T5net-Forum.de in den nächsten Monaten im wahrsten Wortsinne erfahren.

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Die Vorderradbremse ist ein Gedicht. Das ABS, wahlweise ist die Maschine auch ohne Lieferbar, behindert die glasklare Rückmeldung am Bremshebel in keinster Weise. Wie ein feines Seismometer hält der Bremshebel einen jederzeit über den aktuellen Verzahungsgrad von Reifen und Asphalt auf dem Laufenden, während die Brembos dabei einen unglaublichen Verzögerungswert aufbauen.

Ähnliches hatte ich bisher nur mit der optimierten Bremsanlage des für die Rennstrecke umgebauten DARK ANGEL erlebt.

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Eine gigantische Überraschung wartet auf alle die versehentlich das Hinterradbremspedal betätigen.

Es gibt einen klar umrissenen Druckpunkt, und ja, die Bremse verzögert die Speedy tatsächlich.

Eigentlich Schade das Showträchtige ziehen schwarzer Striche zum "Anstellen" der Speedy wegen dem einsetzenden Hinterrad- ABS nicht möglich ist.

Bei einem absichtlich herbeigeführten Bremsversuch nur mit der Hinterradbremse blieb die Speedy absolut Spurstabil,

anhand des leicht pulsierenden Pedals waren die Regelungen mit dem Fuß gut zu spüren.

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Neben diesen tollen Eigenschaften fasziniert natürlich der große Dreizylinder.

Er schiebt einfach in jedem Drehzahlbereich machtvoll an, und gibt sich dabei stets lammfromm und berechnend.

Der Fahrer kann sich voll auf das Winkelwerk der Kurven vorraus konzentrieren.

Wenn es sein muß kann man auch innerhalb der Stadt den 5. Gang drin lassen und mit gerademal 2000 U/min

durch die Straßen cruisen. Mit einem sanftem Dreh am Gasgriff schwingt sich dann der Drilling willig und sanft in die höheren

Drehzahlregionen. Kein Kettenschlagen, kein unwilliges Konstantfahrruckeln, kein Stottern.

Es spielt keine Rolle ob bei 30km/h oder bei 140km/h mehr Schub verlangt wird, stets hält der 1050er Motor reichlich Druck parat.

Der Wohlfühlbereich geht auf der eigentlich unverkleidetem Speed Triple bis knapp über 180km/h. Reisegeschwindigleiten dürften sich zwischen 140 und 160km/h einpendeln.

Wenn es sein muß geht es natürlich auch viel viel schneller.

Bei aufrechten 210km/h auf der Autobahn habe ich es heute gut sein lassen. Wer mag kann sich noch bis auf 248km/h katapultieren.

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Mit dem großen, weitestgehend recht zügigem Autobahntempo, ging dann nach den gewohnten 190km die Spritwarnlampe an.

Wieviel von dem E10- Superbenzin sich die Speedy bei reinem Landstraßenbetrieb gönnt wird morgen ausgetestet.

Aber der eigentlich Spielraum der Speed Triple ist die Landstraße unabhängig von der Straßenqualität.

Die Federelemente sind straff eingestellt, welliger Untergrund ist deutlich zu spüren, dafür glänzt das Fahrwerk mit traumhaften Feedback.

Dafür nehme ich gerne ein bischen Hoppelei auf schlaglochverseuchten Pisten in Deutschlands Outback in Kauf.

Bleibt also nur das Problem das wir alle kennen, wie soll ich nur die neue Speed Triple finanzieren, ..... :innocent:

... denn die 2011er Speed Triple 1050 rockt :headbang:

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hat faszinierende Kurven

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und trägt ihren stolzen Namen zurecht

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Viel Spaß, :wink:

und eine Sturzfreie Saison 2011 :flowers:

Gruß

GerT

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Testtag Nummer 2:

Die Eingangs gemachten Erfahrungen bestätigen sich,

es macht riesen großen Spaß mit der Speed Triple die kurvigen Straßen

rund um Löwenstein zu fahren.

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(Foto von "Frau Starfighter" aus dem Saisonauftakt 2011 Beitrag )

Der Winter hat die Fahrbahnbeschaffenheit nicht verbessert, doch selbst das Serienfahrwerk

der aktuellen Speed Triple 1050 macht aus dem gewohnten "Geschüttele" eine kommode, spurtreue Fahrt.

Das kannte ich so bislang nur von stark überarbeiteten Fahrwerken, oder Zubehördämpfern.

Bei einer kurzen Nachtfahrt konnte das Scheinwerferlicht getestet werden.

Nun was soll man sagen, es scheint einen angenehm breiten Streubereich, und ein weites Sichtfeld

mit den neuen Scheinwerfern zu geben. Wie es mit der Neukonstruktion auch nicht anders zu erwarten ist.

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Wo viel Licht ist findet sich auch Schatten heißt es,

der Benzinverbrauch im forcierten "Testmodus" gehört nicht zu den Schattenseiten.

Mit rund 8 Litern E10-Super auf der Autobahn im Bereich des Topspeeds,

und 6,1 Liter im zügigen Landstraßenmix mit vielen harten Brems- und Beschleunigungsmanövern

bewegt sich der Verbrauch im akzeptablen bis guten Bereich.

Bei "normalerer" Fahrweise dürfte sich der Verbrauch bei weit unter 6 Litern E10- Super stabilisieren.

Testtag drei wird dies vermutlich bestätigen. (5,6 Liter bei spaßiger Landstraßenfahrt, siehe 3. Testtag)

Ich kenne kein aktuelles Naked Bike bei dem die originalen Rückspiegel uneingeschränkt im vollen Spiegelbereich

die Sicht nach hinten erlauben.

So auch die Speed Triple. Für einen ausreichenden großen Blickbereich muß der Arm, links wie rechts, ein kleines bisschen eingedreht werden um nicht nur in der äußersten Ecke des Spiegels etwas zu erahnen.

Das mir ein weniger verspielter, nüchterner Schriftfont der Drehzahlmesserzahlen lieber wäre, ist reine Geschmackssache, und ändert nichts an der guten Ablesbarkeit des Cockpits.

Die ABS Lampe blinkt nach dem Einschalten, und benötigt einige Radumdrehungen damit die Sensorik die Funktion

prüfen und "Alles i.O." melden kann.

Nach dem Volltanken kann es ein bis zwei Minuten dauern bis die Balkenanzeige des Tankinhalts auch wieder auf voll steht. aber dieses träge Ansprechen ist mir lieber als ein in jeder Kurve hecktisch auf und ab springende Anzeige.

Bei nur noch zwei verbleibende Balken in der Spritanzeige, geht die Warnlampe an und erinnert so eindringlicher daran

demnächst mal wieder ans Tanken zu denken.

Der Tasnk ist aus Metall, so das normale Magnet- Tankrücksäcke halten.

Die stark gerundete Form und die vordere Kunststoffabdeckung des Baterriekastens (Die Batterie ist nun aus Gründen der Massenzentrierung nun hinter dem Lenkkopf angebracht) behindern jedoch ein wenig die volle Nutzung von den Zubehör- Magnetrucksäcken. Für die voll gepackte, große Magnettankrucksäcke sollte man vielleicht darauf achten das die seitlichen "Flügel" des Tankrucksacks groß genug sind und sauberen Kontakt mit dem Tank haben, damit sie sicher sitzen.

Mein kleiner "Held", war nur mit einigen Accessoires und dem Navi beladen, und hatte so ausreichenden Halt.

Von Triumph selbst gibt es einen speziell den Tankkonturen angepaßten Tankrucksack der dann auch in maximal beladenem

Zustand sicher hält.

Weiteres dann im Testtag drei in kürze.

Gruß

GerT

Edited by GerT
Bilder und Verbrauch 3. Tag hinzugefügt
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3.und letzter Testtag der Triumph Speed Triple 1050 Bj.2011

Immer noch Kaiserwetter, und am Sonntagmorgen sind die Landstraßen noch so gut wie leer.

Dank der großzügigen Sperrung aller Durchgangsstraßen für Motorräder am Wochenende rund um Beerfelden,

ging es Kreuz und Quer durch den Odenwald gen Frankfurt.

240km sind so zusammengekommen, und wie gestern bereits vermutet, sinkt der Spritverbrauch im reinen

Landstraßenverkehr auf 5,6 Liter/100km. Ein sehr guter Wert für die spaßbringende Fahrweise.

Wer gerne im Hanging-Off oder ähnlichem Stil fährt wird sich eine härtere und glattere Sitzbank wünschen,

der Rest wird für eine Gewichtsverlagerung einfach nur noch den Oberkörper verbiegen.

Denn für die rennmäßige Action ist das zurechtrücken in die richtige Position auf Dauer zu kraftraubend.

Jedoch ist die Speed Triple im Gegensatz zur Daytona R ja auch in erster Linie für den Einsatz auf der Landstraße

konzipiert, und da macht es einfach immer wieder Spaß die Hänge in engen Kehren rauf und runter zu kraxeln.

Unterm Strich bleiben also nur einige unwesentliche Punkte zum herummäkeln auf der einen,

und ein riesiger Fahrspaß, egal ob auf Tour, Kurztrip oder im Stadtverkehr, auf der anderen Seite.

Die Speed Triple ist in den 14 Jahren vom polternden aber gutmütigen Rabauken zu einem erfahrenen und sorgsamen Besten Freund entwickelt der trotz aller behutsamen Fürsorge keine Party scheut, und stets mit dabei ist wenn es darum geht einen drauf zu machen :wink:

Auch wenn es wohl niemanden wirklich wundert: Speed Triple 1050 / 2011 - Klare Kaufempfehlung :top:

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Gruß

GerT

Edited by GerT
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