Nachdem die Bridgestone RS 12 sich nun vollends verabschiedet haben (zumindest hinten), hier mein abschließendes Fazit.
Aber zuvor folgender Hinweis:
Da bei Hypersportreifen immer die Debatte ausgelöst wird, (braucht man nicht, taugen nichts wenn kalt, zu geringe Laufleistung, Sinn oder Unsinn, Legal, Illegal und weiß der Geier was für eigene Meinugen vertreten werden und was auch immer das für einen Shitstorm auslöst, hier eine Bitte. Schenkt euch das!
In diesem Thread geht es um einen Vergleich zwischen den drei o.g. Hypersportreifen. Sonst um nichts. Ein Test, bei dem es im Vergleich Äpfel gegen Äpfel geht und um meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse, mit meinem Bike und meinem persönlichen Fahrerprofil.
Diese Reifen sind nicht für jedes Bike und nicht für jedes Fahrerprofil geeignet, das ist mir klar und sollte jedem Leser auch klar sein.
Diese und ähnliche Vorwürfe bekam ich auch des Öfteren, von meinem Kumpel und Bike Buddy zu hören. Bis vor Kurzem...
Nachdem er sich mit seiner Fahrweise und seinen Skills meiner angenähert hat (und Scheiße NEIN! Ich bin kein Superheld und sicher nicht der beste Fahrer), hat er gemerkt, dass sein Lieblingsreifen, die S23, an seine Grenzen kamen, während ich noch mächtig Reserven hatte.
Auch die Conti Sport Attack 5 waren bei über 60°C Plus Reifentemperatur schnell am Ende und haben angefangen zu schmieren und schwarze Striche zu ziehen. Selbst dann, wenn er nur vom Gas gegangen ist 🤣
Also hat er zwar kein Hyperreifen, aber immerhin einen Pirelli Rosso 4 Corsa montiert. Und siehe da, schon konnte er eins draufsetzen und noch mehr Performance aus seine Kiste rausholen.
Nun spielt er sogar mit den Gedanken, auch einen Hyperreifen zu testen.
Die ersten Eindrücke habe ich ja bereits ausführlich beschrieben. Daher hier nur die Eindrücke, die auf den weiteren Kilometern entstanden sind.
Interessanterweise hat der Reifen vorne länger gehalten, als der Hinterreifen. Das war bei den Pirellis anders. Und das ohne schlechtere Performance. Hartes, spätes Bremsen, immer perfekter Grip, tolles Feedback, volles Vertrauen.
Dafür freut sich mein Geldbeutel. Nach dem aktuellen Stand, könnte der Vorderreifen ein weiteres Hinterreifenleben lang durchhalten.
Die gesamte Laufleistung beträgt ca. 2600km, allerdings waren die letzten ca. 900km evtl. nicht ganz regelkonform 🤫😇😅
Die knapp 700km am Gardasee waren zum größten Teil auch sehr reifenschonend. Letztendlich vermute ich, wenn ich nur die gewohnten Hausstrecken gefahren wäre, hätte der Reifen deutlich weniger gehalten.
Was mich sehr positiv überrascht hat, ist die Performance, bei schon relativ geringer Außentemperatur (bezogen auf Hyperreifen) und die schnelle Aufwärmdauer.
Während der V3 erst ab 25 Grad, der V4 ab 20 Grad sich zügig aufwärmen ließ, hatte ich beim RS12 schon bei 15 Grad Außentemperatur ein tolles Gefühl und der Reifen ließ sich bereits nach wenigen Kurven auf Temperatur bringen.
Das konnte ich dank TmP in Erfahrung bringen. 😁
Nachts bei 12 Grad nach Hause und Morgens bei 15 Grad wieder ans Waldschlössel, ohne Probleme.
Die Performance hat nie nachgegeben. Auch als nahezu Slickreifen, fährt der Reifen sich wie immer. Selbst am Limit habe ich bisher keine Unterschiede gemerkt.
Das Abfahrbild, vorne wie hinten ist auch top. Keine Kanten, bzw. optisch ganz leicht zu erkennen, beim Fahren jedoch nicht zu spüren.
Auch wenn die zuvor genannten Nachteile gegenüber dem V4 bis zum Ende bestanden, werde ich ihn mir wieder montieren. Mit Nachteile sind die etwas trägere Fahreigenschaft und der etwas kippeligere Geradeauslauf gemeint. Das kippelige merkt man auch nur beim freihändig Fahren. Also unrelevant. Die Trägheit konnte ich mit etwas Fahrwerkssetup kompensieren.
Fazit: geiler Reifen, für alle die mehr Wert auf Performance und Reserven am Limit legen und denen die Laufleistung nicht im Vordergrund steht.